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Tarifverhandlungen Tageszeitungsredaktionen vertagt

Tarifverhandlungen Tageszeitungsredaktionen vertagt

Auch die vierte Verhandlungsrunde am 15.06.2016 über die Honorare und Gehälter der über 14.000 Tageszeitungsjournalistinnen und -journalisten ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. ver.di fordert für fest angestellte und freie Tageszeitungsjournalistinnen und –journalisten eine Erhöhung der Honorare und Gehälter um fünf Prozent, mindestens aber 200 Euro mehr Geld.

Der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und Verhandlungsführer, Frank Werneke, kritisierte die Haltung der Vertreter des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in der Tarifauseinandersetzung scharf: „Während die Gewerkschaften am Verhandlungstisch konstruktive Vorschläge machen und an Lösungen arbeiten wollen, drehen sich die Verleger im Kreis und legen trotz stundenlanger interner Beratungen kein wirklich verbessertes Angebot vor. Das ist gegenüber dem täglichen Engagement der Journalistinnen und Journalisten respektlos.“

Die Verleger haben ein nur geringfügig verändertes Angebot gemacht, das lediglich vier Prozent mehr Geld, auszahlbar über eine Laufzeit von 36 Monaten in drei Schritten am 1. Juli 2016 und zum 1. Mai 2017 und 2018, ohne dass die Erhöhungsschritte beziffert worden seien. Freie und Pauschalisten sollten die Erhöhungen erst später bekommen.

„Nachdem bereits in fast allen anderen Tarifbereichen Abschlüsse erzielt wurden, wollen die Kolleginnen und Kollegen jetzt endlich einen fairen Abschluss. Das haben sie mit der breiten Streikbewegung der letzten Tage unmissverständlich deutlich gemacht“, unterstrich Werneke.

Zum vierten Verhandlungstermin wurden Redaktionen in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hessen bestreikt. Bereits am Wochenende waren zahlreiche Zeitungstitel streikbedingt nur in reduziertem Umfang erschienen: „Journalistische Arbeit hat ihren Wert und dieser Wert muss sich auch in der Bezahlung wieder finden. Mit dieser klaren Haltung gehen wir in die weiteren Verhandlungen“, machte Werneke deutlich. Am 16. Juni werden bereits die Streiks in Baden-Württemberg fort gesetzt. Das ist die erste richtige Antwort auf den Verhandlungsverlauf, weitere werden folgen müssen.

Die fünfte Verhandlungsrunde findet am 29. Juni voraussichtlich in Berlin statt.

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